mit ca. 180 000 Operationen pro Jahr, zählt der Kniegelenksersatz zu einem der häufigsten durchgeführten orthopädischen Eingriffe in Deutschland. Dank der stetigen Entwicklung der Operationsverfahren und des Materials, stehen den Operateuren heute hochwertige Implantatsysteme zur Verfügung. Computergestützte Navigationssysteme ermöglichen dem Operateur die patienteneigenen anatomischen Gegebenheiten präzise zu erfassen, um eine bestmöglichste Rekonstruktion des Gelenks zu erzielen. 

Unser gemeinsames Ziel am Ende dieses Weges ist, dass Sie Ihr Leben wieder schmerzfrei und mit mehr Bewegung genießen können. Bedenken Sie aber auch, dass der langfristige Erhalt Ihres Gelenkersatzes die Kombination einer Operation durch einen erfahrenen Operateur, sowie das Anbringen des erlernten Verhaltens nach der Operation ist.

Die Operation

Die Implantation der Prothese kann in Vollnarkose oder Teilnarkose (Spinalanästhesie) durchgeführt werden. Welche Möglichkeit für Sie in Frage kommt, wird der Narkosearzt mit Ihnen, unter Berücksichtigung von Begleiterkrankungen, besprechen. Die Operationszeit dauert in der Regel zwischen 90 und 120 Minuten.

Der Prothesentyp

Je nachdem wie weit die Kniearthrose fortgeschritten ist, kommen verschiedene Prothesentypen in Frage.

  • Der einseitige Oberflächenersatz
    Bei diesem Eingriff wird nur die erkrankte Innen- oder Außenseite des Kniegelenks durch die neue Prothese ersetzt. Das Oberschenkelimplantat gleitet bei diesem Modell auf einem Kunststoffblock, welcher mit einem entsprechenden Metallunterteil auf dem Schienbeinknochen aufsitzt. Man spricht hier von einer Schlittenprothese.
  • Der komplette Oberflächenersatz
    Der komplette Oberflächenersatz wird nötig, wenn mehrere Bereiche des Kniegelenks arthrotisch verändert sind. Dabei wird eine Metallkappe sowohl auf die Ober- als auch Unterschenkelrolle aufgesetzt. Dazwischen sitzt eine Kunststoffplatte als Gleitlager und Ersatz für den Meniskus. Die Prothese übernimmt in diesem Fall auch die Funktion des vorderen und ggfs. des hinteren Kreuzbandes.
  • Die achsgeführte Knieendoprothese
    Im Falle eines fortgeschrittenen Knochensubstanzverlustes, bei Stabilitätsverlust der Seitenbänder oder einer stark veränderten Beinachse, wird die achsgeführte Knieendoprothese eingesetzt. Hierbei sind beide Prothesenteile mit einem langen Stiel versehen, über den sie im Knochen verankert wird.

Die Verankerung der Prothese

Um die Prothese im Knochen zu verankern, werden die Implantate mit Zement fixiert. Die Implantate bestehen aus einer Kobalt-Chrom-Schmiedelegierung. In gesondert nachgewiesenen Fällen einer Nickelallergie stehen spezielle Implantate aus nickelfreiem Material zur Verfügung.

Physiotherapie

Bereits am ersten oder zweiten Tag nach der Operation werden sie unter professioneller Anleitung von Physiotherapeuten Ihr neues Gelenk belasten können. Mit Hilfe von zwei Gehstöcken können Sie die ersten Schritte unternehmen. In den nächsten Tagen werden Sie das Gehen und Treppensteigen erlernen.

Rehabilitation

Nach etwa 8 Tagen erfolgt die Entlassung aus der Klinik in eine spezialisierte Rehabilitationsklinik. Dort werden Sie stufenweise die Vollbelastung ihres Gelenkes trainieren. Ihre Muskulatur wird intensiv auftrainiert, um Sie auf die Tätigkeiten und Gewohnheiten Ihres Alltags vorzubereiten. Die Aufenthaltsdauer beträgt ca. 3 Wochen.

Nachuntersuchungen

Für einen langfristigen Erfolg empfehlen wir eine regelmäßige Röntgenkontrolle in einjährigem Abstand kombiniert mit einer Gelenkfunktionsuntersuchung bei Ihrem Orthopäden.