Diese manuelle Therapie ist nach dem Atlas benannt, dem obersten Halswirbel, der den Kopf mit der Wirbelsäule verbindet. Zusammen mit dem Axis und der Schädelbasis bildet er ein eigenständiges Organsystem durch die Verbindung mit der umgebenden Nackenmuskulatur und dem dazugehörigen Kapselbandapparat. In dieser Region befindet sich eine außerordentliche Dichte an Sensoren, die für die Stellung des Körpers, den Spannungszustand der Muskulatur, die Durchblutung und die Schmerzweiterleitung aus dem Bewegungsapparat verantwortlich sind bzw. diese beeinflussen.

Dieser beweglichste und empfindlichste Teil der Wirbelsäule ist häufig Fehlbelastungen und Verletzungen ausgesetzt und somit anfällig für Funktionsstörungen. Bei diesen Funktionsstörungen werden “falsche” Informationen weitergegeben, wie z.B. bei Bewegungsstörungen, oder es werden Signale weitergeleitet, die einen Störprozess signalisieren, was bei Schmerzzuständen der Fall ist.

Was geschieht bei der Atlastherapie?

Nach einer manuellen und röntgenologischen Stellungsdiagnostik - der Atlas steht niemals gerade und mittig - wird ein blitzschneller Impuls mit dem Mittelfinger in Richtung Atlasquerfortsatz ausgeübt. Die exakte Richtung dieses Impulses ist von der Stellung des Atlas abhängig und wird mit einer genau dosierten Kraft ausgeübt. Dadurch kommt es zu einem ultrakurzen Dehnungsreiz auf die Nackenrezeptoren und ein neues Wahrnehmungsmuster bzw. Informationsbild entsteht, welches im Gehirn korrigierend verarbeitet wird. Der Atlas selbst wird hierbei gar nicht behandelt, sondern er ist die Eintrittspforte in das Organsystem.

Die Impulsrichtung,- stärke und -häufigkeit wird für jeden Patienten individuell ermittelt, was eine manualtherapeutische Erfahrung voraussetzt. Aus diesem Grund werden nur Ärzte mit einer abgeschlossenen Chirotherapie-Ausbildung zu den Kursen zugelassen. Nebenwirkungen treten bei korrekter Anwendung dieser Therapieform nicht auf.

Welche Gesundheitsstörungen können behandelt werden?

Die Atlas-Therapie beeinflusst den Muskeltonus, das Gleichgewichts-System, die Eigenwahrnehmung, das Schmerzempfinden und vegetative Funktionen.

Wir verwenden sie deshalb bei:

  • muskulären Verspannungen mit Bewegungseinschränkung im Bereich der Wirbesäule (z.B. nach Schleudertrauma) und der Gelenke
  • Migraine, Kopfschmerzen
  • Seh- und Gleichgewichtsstörungen (Schwindel)
  • Tinnitus
  • Kiefer- und Gesichtsschmerz