Das Schultergelenkt besteht aus der Schulterpfanne (Glenoid) und der Kugel des Oberarmkopfes. Die Kugel wird durch mehrere Sehnen in der Pfanne geführt und stabilisiert. Diese vier Sehnen bilden die sogenannte Rotatorenmanschette.

Die intakte funktionelle Einheit der Rotatorenmanschette ist sehr wichtig für die schmerzfreie Bewegung. 

Rotatorenmanschette

Anatomie der Schulter

Bei Muskelungleichgewichten kann es zu Einklemmungserscheinungen („Impingement“) der oberen Sehne der Rotatorenmanschette (der „Supraspinatussehne“) zwischen dem knöchernen Schulterdach („Acromion“) und dem Oberarmkopf kommen. Schmerzen beim Armheben sind die Folge. Besteht ein Impingement lange Zeit, kann es zum Verschleiß der Rotatorenmanschette kommen. Hierfür gibt es eine besondere Häufigkeit im Alter zwischen 45 und 60 Jahren. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Typisch sind Beschwerden beim Heben des Armes, bei Überkopf-Arbeiten, sowie ein Nachtschmerz im Liegen. Oftmals verschlimmern sich die Beschwerden plötzlich, wenn die Rotatorenmanschette abreißt. Dann tritt auch eine Kraftlosigkeit beim Versuch, den Arm zu Heben auf.

In der Regel ist der Verschleiß der Rotatorenmanschette ein fortschreitender Prozess. Diese Risse nehmen oftmals im Lauf der Zeit zu, auch wenn sie nicht immer von Anfang an Beschwerden bereiten.  Durch die Funktionsstörung der Rotatorenmanschette kommt es zur Störung des Bewegungsablaufes im Schultergelenk. Die Spätfolge ist ein Gelenkverschleiß („Arthrose“). 

Operation der Rotatorenmanschette:

Je nach Alter des Patienten, Beruf und Funktionsanspruch ist es sinnvoll, aufgetretene Risse zu nähen, denn ist die Rotatorenmanschette erst einmal beschädigt, heilt der Schaden von alleine nicht aus und schreitet fort.

Die Naht der Rotatorenmanschette geschieht im Rahmen einer Spiegelung des Schultergelenks (Arthroskopie). Hierbei können alle vier Sehnen der Rotatorenmanschette beurteilt werden.

Zur Naht werden sogenannte Fadenanker in den Oberarmkopf eingebracht. Das sind kleine Schrauben, an denen sehr stabile Fäden befestigt sind. Die Fäden werden dann durch die Rotatorenmanschette geflochten und verknotet.

Ruptur Rotatorenmanschette

Das Bild zeigt den Blick während einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie) auf die Rotatorenmanschette. Zu erkennen ist der große Riss, die Sehne (oben im Bild) befindet sich vollständig vom Knochen (unten im Bild) abgelöst. 

Naht der Rotatorenmanschette

Naht der Rotatorenmanschette

Dieses Bild zeigt den gleichen Riss der Rotatorenmanschette wie oben, nun aber nach fertiger Naht. Gut erkennbar die Fäden, die die Sehne an den Knochen anpressen (sogenanntes Suture Bridge - Verfahren). 

Die Operation geschieht in einer leichten Vollnarkose mit zusätzlicher gezielter Betäubung der Schulter. Nach der Operation ist in der Regel ein kurzer stationärer Aufenthalt erforderlich (zwei Tage). 

Nachbehandlung:

Um die Naht der Rotatorenmanschette zu entlasten, ist danach die Ruhigstellung des betroffenen Armes auf einem speziellen tragbaren Lagerungskissen (Thorax-Abduktionskissen oder Post-Trägerkissen, siehe Bild) für vier bis sechs Wochen erforderlich. 

Kissen

In dieser Zeit wird leichte Physiotherapie und ggf. Übungen auf einer Motorbewegungsschiene durchgeführt, um Verklebungen des Schultergelenks zu verhindern.

Wenn nach 6 Wochen die Naht eine eigene Festigkeit durch ein Einheilen der Sehne am Oberarmkopf erreicht hat, kann die Physiotherapie intensiviert werden.